Wieso muss der Sonntag heilig sein?
In Deutschland und auch in vielen anderen Ländern gibt es ein striktes Verkaufsverbot für den Sonntag, nur warum?
Das Arbeitszeitgesetz regelt längst klar, wie viel gearbeitet werden darf. Maximal 48 Stunden pro Woche, verteilt auf in der Regel 6 Tage. Selbst bei längeren Arbeitstagen bleibt der Durchschnitt gesetzlich begrenzt.
Trotzdem wird beim Thema Sonntagsöffnung oft sofort behauptet, Unternehmen würden ihre Mitarbeiter sonst zwangsläufig ausbeuten. Aber rechtfertigt diese Annahme wirklich ein pauschales Verbot für alle?
Noch widersprüchlicher wird es, wenn man sich anschaut, wo Sonntagsarbeit plötzlich völlig akzeptiert ist: Gesundheitswesen, Sicherheitsdienste, Verkehr, Gastronomie. Gerade bei Restaurants, Cafés oder Freizeitangeboten lässt sich das kaum mit einer „unverzichtbaren Notwendigkeit“ erklären.
Der Onlinehandel ist rund um die Uhr verfügbar und verdrängt den stationären Einzelhandel immer stärker. Innenstädte sterben aus. Gleichzeitig verbietet man lokalen Geschäften, flexibel auf das Verhalten der Kunden zu reagieren.
Vielleicht geht es beim Sonntagsverkaufsverbot längst nicht mehr um Arbeitsschutz, sondern nur noch um eine Tradition, die niemand ernsthaft hinterfragt.
Die eigentliche Frage:
Warum trauen wir Menschen nicht zu, selbst zu entscheiden, wann sie arbeiten oder einkaufen möchten?